In den Kognitionswissenschaften tobt eine Debatte um die Frage, inwieweit die technischen Geräte der Datengesellschaften Teil unserer kognitiven Prozesse geworden sind. Plädieren traditionellere Positionen für das menschliche Gehirn als exklusiven „Ort“ des Denkens, so werfen ihnen Verfechter der Extended-Mind-These Descartes’ Kategorienfehler vor. Der Auftrennung des Menschen in Körper und Verstand und die Lokalisierung des Letzteren exklusiv in dessen Gehirn halten Sie entgegen, dass kognitive Vorgänge als Prozesse eingebettet sind in den gesamten menschlichen Körper, der wiederum Teil seiner Umwelt ist. Zu dieser gehören auch die Instrumente, denen er sich bedient, um Aufgaben zu lösen, von Papier und Bleistift bis zu web mapping apps, und die so sehr in kognitive Prozesse eingebunden sind, dass sie diese nicht nur unterstützen, sondern Teil von ihnen werden.

Das Seminar untersucht Implikationen der Extended-Mind-These: ihre Parallelen zu klassischen Medientheorien (Kapp, McLuhan, Flusser); ihr Potenzial für einen entwickelten Medienbegriff, der Medien als „Denkdinge“ versteht; aber auch die Gefahr eines Technikdeterminismus (Kybernetik, Transhumanismus). Das Seminar ist zur Einführung geeignet – TeilnehmerInnen sind aber auch dazu eingeladen, ihre entwickelten Arbeiten zur Veröffentlichung in unserem neuen Journal www.interfacecritique.net einzureichen.

Raum 115
Einführung: Freitag, 19.10.2018, 10-13 Uhr

14-tägig:
23.10., 10:00-13:00 st
6.11., 10:00-13:00 st
20.11., 10:00-13:00 st
4.12., 10:00-13:00 st
18.12., 10:00-13:00 st
15.1., 10:00-13:00 st
29.1., 10:00-13:00 st
12.2., 10:00-13:00 st

Scheinerwerb: Medientheorie, Referat und schriftliche Arbeit (mind. 15 S.),
Sprechstunde: nach Vereinbarung.
Beginn: 19.10.2018, 10-13 Uhr